Themenliste: H - L
Über die Themenliste
Die EHB-Themenliste will Forscher, Interessierte, Di- plomstudenten und die Be- standsträger selbst auf lohnende Forschungsas- pekte verweisen. Die Liste reicht von der Beschäf- tigung mit einzelnen Au- toren und beschränkten Themenstellungen bis hin zu Epochenzusammenhängen.
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Häresie, Zauberei, Ketzertum
Nicht erst das Konzil von Trient ist bemüht, darüber Klarheit zu schaffen, was Wahrheit, was Häresie, was schwarze Magie, was weiße Magie und was anerkennungswürdige Zeichen und Praktiken sind. Es gibt Regeln für das Volkempfinden und für die Volkspraktiken für ketzerische Bosheit, Verderbnis, göttliche Auszeichnung ist und für berechtigte Reformentwicklungen in Anschauung und Praxis. Zahlreiche Bestandsautoren, wie die Verfasser des Hexenhammers, Verfasser von dogmatischen Lehrbüchern, Sentenzenkommentaren, Bibelkommentaren, Heiligenviten, Märtytrerlegenden, Predigten über Brauchtum und Darstellungen über Irrwege setzen sich beständig mit dergelichen Aspekten und Erscheinungen in Volk, Schrifttum und Strömungen auseinander. Unterschiedliche Ausgangspunkt und Anschlüsse kommen zu unterschiedlichen Perspektiven und Ergebnissen in Lehre und Maßnahmen. Schon im Inkunabelbestand von EHB finden sich Werke der Abgrenzung zwischen Rechtgläubigkeit und Formen der Abweichung und des Aberglaubens.
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Historie
Geschichtsschreibung, Chroniken, Vitae, Historien in den Beständen
Bereits in den Druckwerken des 15. Jh. liegen profane und religiöse Geschichtswerke nebeneinander und gehen häufig ineinander über. Geschichtswerke sind Quellenwerke. Ihre historische „Sauberkeit“ besteht in der Angabe derjenigen Autoren und Werke, auf die sie sich berufen. Ob es sich um legendenhafte Überlieferungen handelt, ob die mitgeteilten Inhalte sachhaltig und wahrheitsgestützt wiedergegeben sind.
Die Auffassungen darüber, was und in welcher Weise etwas als historische Aussage anzusehen ist, verändert sich, wie auch die Geschichtsschreibung in ihren stilistischen und schwerpunktmäßigen Gestalt im Verlauf der Epochen. Geschichtsschreibung ist Interpretationsgeschichte. Von Herodot bis zu Titus Livius, von Eusebius v. C. bis Isidor v. Sevilla bis zu den großen Geschichtsschreibern des 19. finden sich die unterschiedlichsten Gattungen, Autoren, Strömungen der Geschichtsschreibung in den Beständen. Auch Lokalgeschichtliches findet sich reichlich im EHB-Bestand.
Christliche Historiographie
Auf antike Vorlagen und Autoren zurückgreifend, teilt die christliche Geschichtsschreibung, eigentlich Geschichtsdarstellung, in Epochen ein und interpretiert diese heilsgeschichtlich um [Eusebius von Cäsarea, Augustinus, Isidor von Sevilla, Gregor von Tours ...]. Daraus entsteht eine vollkommen neue Sicht und eine Art Rechtfertigungslehre gemäß Verdienst und Auserwählung, Bosheit und Verwerfung. Aus dem antiken Fortunabegriff wird der Begriff der Verursächlichung, der christlichen Vorsehung und Fügung.
Bereits in den Druckwerken des 15. Jh. liegen profane und religiöse Geschichtswerke nebeneinander und gehen häufig ineinander über. Geschichtswerke sind Quellenwerke. Ihre historische „Sauberkeit“ besteht in der Angabe derjenigen Autoren und Werke, auf die sie sich berufen. Ob es sich um legendenhafte Überlieferungen handelt, ob die mitgeteilten Inhalte sachhaltig und wahrheitsgestützt wiedergegeben sind.
Die Auffassungen darüber, was und in welcher Weise etwas als historische Aussage anzusehen ist, verändert sich, wie auch die Geschichtsschreibung in ihren stilistischen und schwerpunktmäßigen Gestalt im Verlauf der Epochen. Geschichtsschreibung ist Interpretationsgeschichte. Von Herodot bis zu Titus Livius, von Eusebius v. C. bis Isidor v. Sevilla bis zu den großen Geschichtsschreibern des 19. finden sich die unterschiedlichsten Gattungen, Autoren, Strömungen der Geschichtsschreibung in den Beständen. Auch Lokalgeschichtliches findet sich reichlich im EHB-Bestand.
Christliche Historiographie
Auf antike Vorlagen und Autoren zurückgreifend, teilt die christliche Geschichtsschreibung, eigentlich Geschichtsdarstellung, in Epochen ein und interpretiert diese heilsgeschichtlich um [Eusebius von Cäsarea, Augustinus, Isidor von Sevilla, Gregor von Tours ...]. Daraus entsteht eine vollkommen neue Sicht und eine Art Rechtfertigungslehre gemäß Verdienst und Auserwählung, Bosheit und Verwerfung. Aus dem antiken Fortunabegriff wird der Begriff der Verursächlichung, der christlichen Vorsehung und Fügung.
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Ingolstadt und Dillingen
Zwei Hochschulorte, die wie Augsburg eine zentrale Ausbildungs- und Druckerrolle für den tirolischen Raum besitzen. Zahlreiche Bestandsautoren haben in Dillingen und Ingolstadt ihre Ausbildung erfahren oder werden dort gedruckt. Mit der Ankunft der Jesuiten werden beide Orte zu Zentren der katholischen Reform und der wissenschaftlichen wie theologischen Ausbildung für Tirol. Die überragende Rolle der süddeutschen bayrischen SJ-Zentren und Hochschulen für Tirol und den gesamten katholischen Raum ist noch völlig unzureichend bzw. erst in Ansätzen erfasst. Was zunächst bescheiden aussieht, ist ein Fundus europäischer Kulturgeschichte.
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[Der] Inkunabelbestand im EHB-Katalog
Erhaltene Bibliothekskatalog und Notizen verzeichnen unerwartet hohe Inkunabelbestände für einzelne Sammlungen des Landes. Zurückgeblieben sind nach Verkauf, Bestandsaufhebungen, Bestandstransferierungen, Durchforstung durch Antiquare, Entsorgung, und Katastrophen nut Reste. Vielleicht in Verhältnissen 1:10, 1:15, 1:20. Mehrere Untersuchungsansätze suchen nach Erhaltungsstand, nach Orten in großen Nationalbibliotheken und im Ausland, erforschen die Typik der Inkunabelbereiche, Wertfragen, Autorenhintergründe, landeskundliche und europäische Zusammenhängen. Ein einheitlicher Inkunabelkatalog mit Zusatzdaten, Kontexthintergründen etc. ist ein landeskulturelles Desiderat. Vieles von den Inkunabeln und von Inkunabelautoren ist ununtersucht. Offen bleibt auch die Rückbindung an die Bestandsnutzer und Bestandsträgerschaften. Mentalitätsgeschichtlich noch relevanter wären die Nutzungsnachweise in Predigt, Pastoral, religiöser und sittlicher Unterweisung.
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Jansenismus
Strömungen des Jansenismus in der Südtiroler Kloster- und Pfarrlandschaft
Der Jansenismus, verurteilt mit der Bulle Unigenitus und auf Ersuchen Ludwigs XIV., besitzt eine breite Anhängerschaft, auch unter Bischöfen, in Frankreich. Und darüber hinaus auch in anderen Ländern. Erstaunlich ist, dass Werke des Jansenismus bis in die Pfarrbestände unseres Landes hereinreichen. Dies verweist auf Sympathien der Bischöfe und der Zentralregierungen in Wien und Tirol. Und auf antipäpstliche Hintergrundstimmungen nicht nur in Frankreich. Römische Rechts- und Zentralismusansprüche stehen mit lokalen, zivilen nd kaiserlichen Autoritätsansprüchen im Konflikt.
Der Jansenismus, verurteilt mit der Bulle Unigenitus und auf Ersuchen Ludwigs XIV., besitzt eine breite Anhängerschaft, auch unter Bischöfen, in Frankreich. Und darüber hinaus auch in anderen Ländern. Erstaunlich ist, dass Werke des Jansenismus bis in die Pfarrbestände unseres Landes hereinreichen. Dies verweist auf Sympathien der Bischöfe und der Zentralregierungen in Wien und Tirol. Und auf antipäpstliche Hintergrundstimmungen nicht nur in Frankreich. Römische Rechts- und Zentralismusansprüche stehen mit lokalen, zivilen nd kaiserlichen Autoritätsansprüchen im Konflikt.
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Jesuitische Leitbilder in den Pfarrbeständen des Landes
Im Einzelnen sind es zunächst katechetische Werke, zu Teil in Nachahmung und Abgrenzung von lutherischen Vorwerken [Großer und Kleiner Katechismus, volkssprachliche Werke für die Pastoral, Unterrichtswerke und Programme für die Gymnasien, Leitwerke der Exegese, der Morale, der Geschichte...]. Vor allem gewinnen Leitwerke der Moral, der Predigt, solche der Exegese nachhaltig Verbreitung und Einfluss. Aber auch zahlreiche Werke profaner Wissenschaften [Unterrichtswerke aller Art und zu allen Gegenständen z.B.] sind darunter. Viele sind zu Grundwerken religiöser, philosophischer, wissenschaftlicher Auseinandersetzungen geworden. In einer neuen Bildungssynthese verbindet der jesuitische Bildungsangang vielfach profanes und religiöses Bildungsgut in Fach- und Gebrauchswerken unterschiedlicher Ausrichtung.
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Kapuziner
Kapuzinerbibliotheken in ihren „Urbeständen“
Bereits in der Gründungszeit befasst sich der Orden mit Bibliotheken und Buchbeständen. Erlaubt sind Werke, die den spezifischen Aufgabenbereichen des Ordens dienen: Volkspredigt, Beichtpastoral, Katechese, die spirituelle Durchdringung des Volks, die ordenseigene Ausrichtung auf Regel, Studium, Askese... Die Grundwerke sind zunächst die anerkannten Autoren der älteren franziskanischen und mönchischen Ordenszweige. Sehr früh finden sich erstaunlich viele SJ-Autoren in den Beständen. Hinzu kommen dann Autoren des Kapuzinerordens selbst. Insbesondere in den obgenannten Aufgabenbereichen und im Dienst der Volkspredigt, Volksseelsorge, Volksandacht, der Kranken- und Sterbeseelsorge. Zahlreiche Prägungen durch den Orden gehen in die Volkskultur ein, in Brauchtum. Liturgie, Volksreligiösität, Beichte und Predigt. Zum Bewusstseinsbild des Landes gehören die Präsenz und die Wirken der Kapuziner. Dies lässt sich an den Sammlungen der OFMCap-Konvente gut verfolgen.
Die Volksprägung durch die Kapuziner
Die Darstellung der Veröffentlichungen der Tiroler Kapuzinerprovinz durch P. Neuner lässt typische Schwerpunkte im Publikationsinteresse erkennen. Dasselbe lässt sich anhand der Sammelweise in den Bibliotheken belegen. Manches ist bis in die Volkssprache vorgedrungen und ins Brauchtum eingegangen.
Bereits in der Gründungszeit befasst sich der Orden mit Bibliotheken und Buchbeständen. Erlaubt sind Werke, die den spezifischen Aufgabenbereichen des Ordens dienen: Volkspredigt, Beichtpastoral, Katechese, die spirituelle Durchdringung des Volks, die ordenseigene Ausrichtung auf Regel, Studium, Askese... Die Grundwerke sind zunächst die anerkannten Autoren der älteren franziskanischen und mönchischen Ordenszweige. Sehr früh finden sich erstaunlich viele SJ-Autoren in den Beständen. Hinzu kommen dann Autoren des Kapuzinerordens selbst. Insbesondere in den obgenannten Aufgabenbereichen und im Dienst der Volkspredigt, Volksseelsorge, Volksandacht, der Kranken- und Sterbeseelsorge. Zahlreiche Prägungen durch den Orden gehen in die Volkskultur ein, in Brauchtum. Liturgie, Volksreligiösität, Beichte und Predigt. Zum Bewusstseinsbild des Landes gehören die Präsenz und die Wirken der Kapuziner. Dies lässt sich an den Sammlungen der OFMCap-Konvente gut verfolgen.
Die Volksprägung durch die Kapuziner
Die Darstellung der Veröffentlichungen der Tiroler Kapuzinerprovinz durch P. Neuner lässt typische Schwerpunkte im Publikationsinteresse erkennen. Dasselbe lässt sich anhand der Sammelweise in den Bibliotheken belegen. Manches ist bis in die Volkssprache vorgedrungen und ins Brauchtum eingegangen.
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Kataloge
Bibliothekskataloge
Bibliothekskataloge sind aussagekräftig nach vielen Gesichtspunkten hin. Nicht nur werden Bestände nach Fachgruppen geordnet. Hinter Signatursystemen stecken gewissermaßen auch Weltbildordnungen. Veränderungen in den Katalogsystemen kennzeichnen Verlagerungen, Gegenstandsausdifferenzierungen, die Präzisierung von Interessen- und Fachbereichen, die Entwicklung von Vorstellungen. Traditionelle Einteilungen und moderne beginnen sich häufig zu mischen. Trägereigene Schwerpunkte fließen in die Signatursysteme ein. Netzwerke [Ordensgemeinschaften, Pfarreien, Magistratsbibliotheken, Adelssammlungen...] haben außerdem ihre eigenen Signaturschwerpunkte.
Die gedruckten Kataloge des Klosters Neustift
Diese stellen eine Rarität auf Landesebene dar. Zwischen 1777 – 1891 liegen vier Druckwerke zu den Beständen des Klosters vor. Sie dokumentieren nicht nur den ausgesprochenen Reichtum der Sammlungen. Sie sind auch unter religiösen und profanen Gesichtspunkten gleicherweise signifikant. Da später, in der Säkularisation vor allem, vieles aus den Beständen ausgeschieden bzw. herausgenommen worden ist, bieten die Kataloge die Primärdokumentation dessen, was fehlt und dem weiterhin nachgegangen werden muss in Beständen außerhalb des Landes [Innsbruck, München, Wien...], um ein lückenloseres Bild über den kulturellen Reichtum und den kulturellen Werdegang des Landes zu gewinnen.
Die Zuweisung der Bibliotheksbestände nach den artes liberales und nach den vier Fakultäten als Einteilungsprinzip
von Katalogen
Über Jahrhunderte bestimmen die artes liberales die Ausbildung des Klerus und der höheren Stände. Ab dem 12. Jh. bildet sich zusätzlich das Universitätssystem heraus. Die meisten Autoren des 15. und sehr viele des 16. Jh. n waren Baccalaurei, Doctores, Magistri in beiden Netzwerken, dem des höheren Klerus und dem der Orden. Die Ausbildung hinterlässt Spuren in den Werkverfassungen, sowohl in den formalen als auch in den inhaltlichen Konzepten. Kataloge spiegeln in ihren Einteilungen häufig die dahinter stehenden Bildungssysteme.
Bibliothekskataloge sind aussagekräftig nach vielen Gesichtspunkten hin. Nicht nur werden Bestände nach Fachgruppen geordnet. Hinter Signatursystemen stecken gewissermaßen auch Weltbildordnungen. Veränderungen in den Katalogsystemen kennzeichnen Verlagerungen, Gegenstandsausdifferenzierungen, die Präzisierung von Interessen- und Fachbereichen, die Entwicklung von Vorstellungen. Traditionelle Einteilungen und moderne beginnen sich häufig zu mischen. Trägereigene Schwerpunkte fließen in die Signatursysteme ein. Netzwerke [Ordensgemeinschaften, Pfarreien, Magistratsbibliotheken, Adelssammlungen...] haben außerdem ihre eigenen Signaturschwerpunkte.
Die gedruckten Kataloge des Klosters Neustift
Diese stellen eine Rarität auf Landesebene dar. Zwischen 1777 – 1891 liegen vier Druckwerke zu den Beständen des Klosters vor. Sie dokumentieren nicht nur den ausgesprochenen Reichtum der Sammlungen. Sie sind auch unter religiösen und profanen Gesichtspunkten gleicherweise signifikant. Da später, in der Säkularisation vor allem, vieles aus den Beständen ausgeschieden bzw. herausgenommen worden ist, bieten die Kataloge die Primärdokumentation dessen, was fehlt und dem weiterhin nachgegangen werden muss in Beständen außerhalb des Landes [Innsbruck, München, Wien...], um ein lückenloseres Bild über den kulturellen Reichtum und den kulturellen Werdegang des Landes zu gewinnen.
Die Zuweisung der Bibliotheksbestände nach den artes liberales und nach den vier Fakultäten als Einteilungsprinzip
von Katalogen
Über Jahrhunderte bestimmen die artes liberales die Ausbildung des Klerus und der höheren Stände. Ab dem 12. Jh. bildet sich zusätzlich das Universitätssystem heraus. Die meisten Autoren des 15. und sehr viele des 16. Jh. n waren Baccalaurei, Doctores, Magistri in beiden Netzwerken, dem des höheren Klerus und dem der Orden. Die Ausbildung hinterlässt Spuren in den Werkverfassungen, sowohl in den formalen als auch in den inhaltlichen Konzepten. Kataloge spiegeln in ihren Einteilungen häufig die dahinter stehenden Bildungssysteme.
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Kontroverstheologie in den EHB-Beständen
Die Auseinandersetzungen mit dem Protestantismus und mit anderen Strömungen hat zur Anreicherung von kontroverstheologischen Werken geführt. D. h. Standpunkte und Strömungen werden kontrovers diskutiert. Das Modell der kontroversen Darstellung wird in den Disputationen der Scholastik zur hohen Kunst und zum Instrument der Wahrheitsfindung ausgebildet. Die Kontroversliteratur offenbart ein Weiteres: das trotz Zensur und Inquisition das Land auch von abweichenden Inhalten, Anschauungen und Interessen mitgeprägt worden ist. Und es gibt außerdem genügend Interessenten und Privilegierte, welche sich mit Verbotenem auseinandersetzen und es sammeln.
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Konzilien im Landeskontext: Die Reformkonzile von Konstanz, Basel und Trient in den Bibliotheksbeständen der Pfarreien und Klöster
Alle drei Konzilien liegen in Grenzbereichen kaiserlichen Einflusses. Und die kaiserliche Politik hat einen wesentlichen Anteil daran.
Das Schrifttum in den EHB-Sammlungen darüber gehört unterschiedlichen Problemblöcken an. Konziliarismus, Antikonziliarismus, Papalismus, gallikanische Strömungen, Reformbefürworter und Reformgegner, unterschiedliche Ordensparteiungen, unterschiedliche Obödienzen , Vertreter des Kaiserlichen, Vertreter des Päpstlichen, mystische Verinnerlichungen und Versuche kirchlicher Integralisierung treten uns entgegen.
An der Buchstraße durch das Land vom Süden nach Norden und vom Norden nach Süden gelegen, findet sich Tirol in besonderer Weise mit Konzilsschrifttum verquickt. Ist Tirol doch selber Konzilsland, indem es das Reformkonzil von Trient beherbergt und Konstanz und Basel mit bedeutenden Persönlichkeiten beschickt.
Das Schrifttum in den EHB-Sammlungen darüber gehört unterschiedlichen Problemblöcken an. Konziliarismus, Antikonziliarismus, Papalismus, gallikanische Strömungen, Reformbefürworter und Reformgegner, unterschiedliche Ordensparteiungen, unterschiedliche Obödienzen , Vertreter des Kaiserlichen, Vertreter des Päpstlichen, mystische Verinnerlichungen und Versuche kirchlicher Integralisierung treten uns entgegen.
An der Buchstraße durch das Land vom Süden nach Norden und vom Norden nach Süden gelegen, findet sich Tirol in besonderer Weise mit Konzilsschrifttum verquickt. Ist Tirol doch selber Konzilsland, indem es das Reformkonzil von Trient beherbergt und Konstanz und Basel mit bedeutenden Persönlichkeiten beschickt.
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Kosmographien
Die großen Kosmografien in den Beständen
Es gibt Chronikwerke der unterschiedlichsten Art seit der Antike. Sie beschreiben Länder, Ereignisse, Wissenswertes, Erinnerungswürdiges und Geschichte von den Urzeiten bis in die jeweilige Gegenwart der Schreiber herauf, Auch Werke, wie die Etymologien Isidors, die Kaiserchronik sind Sonderformen der Kosmographie. Viele Kosmologien sind zugleich als Kirchen- und Weltgeschichte geschrieben. Ende des 15. Jh. wir die Weltchronik von Hartmann Schedel gedruckt, nach 1540 folgen die Chroniken Seb. Münsters. Davor, dazwischen und hernach liegen zahlreiche andere. Mit der Zunahme des Reisens und der europaweiten Verbindung von Politik, wirtschaftlichen kirchlichen Interessen bedarf es der Darstellungswerkein geografischer, kirchlicher, kultureller und geschichtlicher Informationsausrichtung.
Es gibt Chronikwerke der unterschiedlichsten Art seit der Antike. Sie beschreiben Länder, Ereignisse, Wissenswertes, Erinnerungswürdiges und Geschichte von den Urzeiten bis in die jeweilige Gegenwart der Schreiber herauf, Auch Werke, wie die Etymologien Isidors, die Kaiserchronik sind Sonderformen der Kosmographie. Viele Kosmologien sind zugleich als Kirchen- und Weltgeschichte geschrieben. Ende des 15. Jh. wir die Weltchronik von Hartmann Schedel gedruckt, nach 1540 folgen die Chroniken Seb. Münsters. Davor, dazwischen und hernach liegen zahlreiche andere. Mit der Zunahme des Reisens und der europaweiten Verbindung von Politik, wirtschaftlichen kirchlichen Interessen bedarf es der Darstellungswerkein geografischer, kirchlicher, kultureller und geschichtlicher Informationsausrichtung.
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Liturgie und volkstümliche Inszenierung der Festkreise
Das Kirchenjahr teilt das Jahr in zahlreiche Feste und Festkreise ein [Advent, Weihnachten, Fastenzeit, Osterzyklus, Patronatsfeste, Heiligenfeste...]. Dazu kommen Sonderfeste und Ereignisse [Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, Segnungen ...]. Mit diesen Festzyklen und mit den Einzelfeiern und Festen sind Bräuche religiöser und kirchlicher Art verbunden [Spiele, Segnungen, Andachten, Prozessionen, Speisebräuche, Volksfeste, profane und sakrale Riten].
Mit diesen Riten und Festen beschäftigen sich die Predigt, kirchliche Ansagen und Mitteilungen, Arbeitskreise, Organisationen [z. Altaraufstellungen, Heiliggrabaufstellungen, Prozessionsgestaltungen, Chören ...].
Die Prägung über Liturgie und Brauchtum hat bis in die Gegenwart herein ihre Wirkung immer neu entfaltet. Über die Jahrhunderte hinweg lassen sich Brauchgründungen und Veränderungen im Schrifttum nachweisen.
Mit diesen Riten und Festen beschäftigen sich die Predigt, kirchliche Ansagen und Mitteilungen, Arbeitskreise, Organisationen [z. Altaraufstellungen, Heiliggrabaufstellungen, Prozessionsgestaltungen, Chören ...].
Die Prägung über Liturgie und Brauchtum hat bis in die Gegenwart herein ihre Wirkung immer neu entfaltet. Über die Jahrhunderte hinweg lassen sich Brauchgründungen und Veränderungen im Schrifttum nachweisen.





